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Umgestaltung Kennedystrasse

2014 Leifers - IT
     
     
Umgestaltung Kennedystrasse
Leifers liegt am Fuße der Bozner Quarzporphyrplatte. Die Porphyrverarbeitung hat hier Tradition.
Die Hauptstraße der Stadt war bis vor dem Bau der Umfahrung geprägt durch den starken Durchzugsverkehr. Durch die Verkehrsberuhigung kann nun die Straße zu einem attraktiven Straßenraum mit hoher Fußgängerqualität umgebaut werden.
Der Verkehrsplan sieht einen schrittweisen Umbau der einstigen Verkehrsachse vor, hin zu einem verkehrsberuhigten Raum, wo die langsame Mobilität gefördert wird. Werden am Anfang nur die Kreuzungsbereiche erhöht, soll in Fase 3 im gesamten Planungsgebiet die Fahrbahn erhöht werden.




Daueranlage

Ein Stadtboulevard für Leifers
Über den gesamten Straßenraum erstreckt sich das Porphyrpflaster mit Kreismuster. Dadurch wird der Straßenraum wieder als Einheit wahrgenommen. Fahrbahn und Gehwege befinden sich auf einem Niveau, gleichzeitig wird die Geschwindigkeit auf 30km/h beschränkt. Querungen der Fahrbahn sind durch diese Maßnahmen für Fußgänger ohne Probleme möglich. Die Ampeln sollten gemäß Verkehrsplan weiterhin in Funktion bleiben, jedoch auf Tempo 30 abgestimmt werden. Die Fahrbahn, auf 6m Breite reduziert, wird beidseitig begleitet von einem Band aus weißem oberflächenbehandelten Beton, das zum einen die Fahrbahn begrenzt und als optische Leitlinie dient und gleichzeitig auch die Straßenentwässerung aufnimmt. Eine leichte Verschwenkung der Fahrbahnachse durch gezielt gesetzte Baumgruppen nimmt die Geschwindigkeit aus dem Stadtraum. Zusätzlich bremst das leichte Sinken und Steigen des Strassenniveaus im Bereich der Bushaltestellen die Fahrtgeschwindigkeit und ermöglicht den Busgästen ein stufenloses Aus- und Einsteigen. Entlang der Häuserzeilen vergrößert sich der Fußgängerbereich - dies ermöglicht ein angenehmes Flanieren vor den Geschäften und Bars. Weiße Plattformen strukturieren und möblieren den Straßenraum, gleichzeitig leiten sie den motorisierten Verkehr. Je nach Bedarf werden sie variabel kombiniert und mit Bäumen, Bänken, Abfalleimer, Radständern, Pflanzelementen, usw. ausgestattet. Sie dienen als Aufenthaltsbereiche und bündeln alle funktionellen Elemente. Diese Aufenthaltsräume sind barrierefrei von den Gehflächen benutzbar, zum Verkehrsraum hin sind sie durch einen leichten Absatz getrennt. So werden auch die Bushaltestellen, sowie eventuell notwendige Parkplätze innerhalb solcher Plattformen organisiert- den jeweiligen Anforderungen entsprechend.
Der Stadtboulevard beginnt und endet in zwei Platzräumen mit angeschlossenem Park. Diese werden als Ganzes gestaltet und dienen als Eingang in den Stadtboulevard.

 
Materialien
Das traditionell in Leifers verwurzelte Porphyrpflaster bildet die Basis des Bodenbelages. Ein einfaches Kreismuster aus Porphyr und Marmor erzeugt eine neue räumliche Einheit des ursprünglich stark getrennten Straßenraums. Die Richtungslosigkeit des Musters und sein spielerisch großzügiger Charakter unterstreichen das neue Lebensgefühl des Stadtboulevards. Je nach Perspektive nimmt man die Kreise als veränderliches Muster wahr. Das vorgeschlagene Kleinsteinpflaster eignet sich gut für Fahrbahnen mit geringer Geschwindigkeit, gleichzeitig besitzt es eine hohe Aufenthaltsqualität. Es ist der Boden der Kleinstädte. Die auf den bestehenden Gehsteigen bereits verlegten Pflastersteine können großteils wiederverwendet werden.
Das Entwässerungsband, sowie die Plattformen bestehen aus weißen Sichtbetonelementen mit Besenstrich. Pflanzkübel, Bänke, usw. aus demselben Material werden mit witterungsbeständigem Holz kombiniert. Somit werden die Bewegungsflächen in Naturstein errichtet, während Aufenthaltsbereiche und funktionelle Einrichtungen in weißem Sichtbeton organisiert werden. Dieses Konzept kann auch auf weitere umzugestaltende Bereiche von Leifers angewandt werden.
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