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am tage
       
       
 

künstlerischer wettbewerb

rathausplatz bruneck. 2003
         
         
grundriss rathausplatz   Schon immer bildeten Plätze den Kommunikationskern besiedelter Räume – dort wurde Gerichtsbarkeit ausgeübt, Waren gehandelt und das soziale Zusammenleben geformt. Dieser direkte Kontakt zwischen Entscheidungsträgern und Betroffenen war ein physisch unmittelbarer – so wurde ein Platz zu einem spannenden – weil entscheidungsträchtigen Ort.

Agora versucht, den Stadtplatz als Treffpunkt und unmittelbare Informationsquelle für die Stadtbewohner, sowie Ort des Gedankenaustausches und der öffentlichen Kundmachungen wieder mit seiner ursprüngliche Bedeutung zu belegen.



     
Der Aktionsraum definiert und begrenzt sich in Form einer eingelassenen, hellen Betonoberfläche. Aus ihr erwächst parallel zu den Belagsstreifen ein Podest, dessen Fortsetzung in nördlicher Richtung aus dreißig Skulpturen, ausgeformt als Torsi besteht. Sie stehen in drei Reihen und scheinen durch ihre wahllose Gesichtsausrichtung in Gruppen im Gespräch vertieft.
Die Betonskulpturen stehen symbolisch für die dreißig Gemeinderäte der Stadt. Das Tagesbild wird geprägt von diesen scheinbar schlummernden Figuren, flächig plazierte Wasserdüsen spielen mit ihrem kühlenden Wasserspiel und schaffen an heißen Tagen begehrte Abkühlung und ein angenehmes Mikroklima.
   
Abends regt sich Leben in den Weisen: sobald der Gemeinderat sich trifft und im Ratsaal diskutiert, erleuchten die Torsi, gesteuert von den Stimmen der Gemeinderäte. Über Mikrofone im Sitzungssaal des Ratshauses verbunden, ermöglichen bodenorientierte Leuchten in den Torsi die Diskussionen und Wortmeldungen im Saal - sichtbar durch das entstehende Lichtspiel auf dem Platz - zu verfolgen. Der Platz selbst wird wieder zum direkten Ort der Kommunikation - durch die Sprache des Lichtes im übertragenen Sinn, aber auch durch die Stadtbürger selbst, die sich während der abendlichen Gemeinderatssitzungen auf dem Platz einfinden und das Spiel der abwechselnd aufflackernden Leuchten beobachten.
podestvariationen Das differenzierte Aktivitätsprogramm der Gemeinde erfordert flexible Strukturen. So dienen die Torsi als Auflager für die gewünschte Bühnenverlängerung, bieten sich als Laufsteg an oder können einzeln verbunden zu Sitzbänken mutieren.
Etwas gemächlicher präsentiert sich der Ruhebereich: drei noble Eisenholzbäume (Parrotia persica) bieten angenehmen Schatten und setzen durch ihre kleinen roten Blüten im zeitigen Frühjahr, sowie ihrer schönen Herbstfärbung lockernde Akzente auf den Platz. Als lineares Element bilden sie innerhalb des Platzes die räumliche
Rückwand, definieren so den Bewegungsraum einerseits und den fassadenorientierten Aktivraum andererseits
am abend
 
 
 
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