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Bezirkskläranlage Meran

I - Sinich. nationalstr. fertigstellung 2000
           
           
           
ARA lageplan       Die Gestaltung der Freiflächen nimmt starken Bezug auf die Funktionsweise der Kläranlage, deutet in groben Zügen die mechanischen Reinigungsschritte an und spiegelt diese nach außen. Der straßenzugewandte Repräsentationsbereich ist als trockengelegtes Flußbett zu verstehen - der reale Wasserstrom bewegt sich innerhalb der Anlage .
Dort erfolgt die stets feiner werdende Selektion von Feststoffen - gleich wie ein Fluß mit abnehmender Fließgeschwindigkeit nur mehr das feinste Material transportieren kann.

Die Bodentextur spiegelt den Prozess der Reinigung nach Außen: von den großen Flußsteinen zu den feineren im Lavendelfeld weiter in die Staudenwiese mit Rindenmulchabdeckung bis zum Biotop mit Magerwiese. Parallel dazu nimmt auch der Grad an „Künstlichkeit“ in der Gestaltung ab, bis im Biotop die Rückkehr zur unberührten Natur geschafft ist - dort speist das geklärte Wasser den Teich und 5000m2 Wildblumenwiese geben unzähligen Tierarten ein Stück Lebensraum zurück.

In allen Pflanzgruppen sind starke Duftpflanzen vertreten - eine Anspielung auf die gefürchtete Geruchsbelästigung und die vermeintlich “stinkenden“ Kläranlagen. Losbäume fassen den halbkreisförmigen Parkplatz und spenden im Sommer mit ihrem breiten Blättern Schatten. Das anschließende Lavendelfeld wird selbstredend seinem Namen gerecht und bildet den frühsommerlichen Blütenhöhepunkt. Um die Nachklärbecken fasst eine Staudenwiese den straßenzugewandten Teil, der nahtlos in eine artenreiche Magerwiese übergeht.

Die Pflanzenwahl ordnet sich in Habitus und Dominanz dem Gestaltungskonzept unter und gewinnt mit größerer Nähe zum Biotop an “Natürlichkeit“ - in diesem Fall die Verwendung von einheimischen Gräsern, Stauden und Gehölzen.
           
Die Randgehölzbepflanzung des Biotopes wird im Laufe der nächsten Jahre eine Biotopbrücke zum nahegelegenen Gehölzsaum des Etschflusses bilden, während die Wasserfläche langsam verlanden wird und sich zu einer heute selten gewordenen Feuchtwiese entwickelt.
     
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